Wie versprochen:
Der Holzhaus-Bau in Alzey geht weiter, und wir lassen Sie daran teilhaben.

Als wir am 4. Januar hier ankamen, hatte sich nicht viel verändert.
Es war noch immer verschneit und eiskalt, aber zunächst schönes Sonnenwetter. Niemand hatte in der Zwischenzeit weitergebaut, aber auch niemand etwas zerstört.
Am Dienstag, dem 5. Januar war dann z.B. die erste Abschleppung fast fertig.

Parallel dazu haben zwei von uns an den Giebeln weitergebaut, die ja bisher noch offen waren.

Donnerstag, 7. Januar
war dann die zweite Abschleppung soweit, dass die Sichtschalung darauf angebracht werden konnte.
Am Freitag, dem 8. Januar
konnten wir schließlich das Unterdach aufbringen: gerade noch rechtzeitig vor dem großen Schneesturm.

Bis spät in den Abend hinein hat es - bei einsetzendem Schneefall und beißend kaltem Wind - gedauert, bis auch die zweite Seite dicht war.
Samstag, 9. Januar
Viel Schneefegen, Eiskratzen, gefrorenes Holz - das manchmal besondere Herausforderungen mit sich bringt, aber auch ein gutes Gefühl, dass ein großer Schritt getan ist.
Die Baustelle ist aufgeräumt, der Sonntag kann kommen...
Ab Montag, dem 11. Januar
geht es an den Einbau der Fenster und Türen: ein besonderes Thema beim Bau eines Blockhauses, weil ja die Setzung der Außenwände berücksichtigt werden muss. 
Die Wände müssen an den Fenstern vorbei rutschen können, ohne dass es zu Schäden oder undichten Stellen kommt.
Dafür werden zunächst Schlitze in die Laibungen gefräst, in die später dann passgenaue Kanthölzer eingesetzt werden.


So viele Späne aus nur einem schmalen Schlitz -
nicht nur auf dem Boden...

Die Fenster und Türen werden mit einem Rahmen versehen
und dann eingebaut.

Bevor die Abdichtung verklebt werden kann, müssen die Spalten mit Hanf verstopft werden.
Später kommen innen und außen Verkleidungen dazu.
Mittlerweile ist einige Zeit vergangen. 
Am Montag, dem 24. Januar kamen wir wieder hier an, eingestimmt auf gutes Wetter zum Dachdecken.
Diese Vorstellung wurde schon auf der Herfahrt unter viel Schnee begraben.

Also haben wir an den folgenden Tagen die Giebelwände geschlossen und die letzten Fenster eingebaut.

Zeitweise
war es allerdings
so eisig kalt,
dass wir in den
lebhaftesten Farben
von einem großen Feuer
im Wohnzimmer
geträumt haben...


Wenn es denn möglich war, haben wir daneben Vorbereitungen getroffen für das Eindecken des Daches:

Anschluss der Giebelwände an das Unterdach, Ortgangschalung aufbringen, Einlatten.
Am Samstag, dem 30. Januar war es dann soweit, dass wir die Ziegel hätten auf das Dach bringen können - wenn nicht der Winter erneut unsere Pläne durchkreuzt hätte.
Aber wir geben nicht auf: Am kommenden Montag soll es nun endlich soweit sein.
(Nebenbei: hier ist immer wieder die Rede davon, dass das Winterwetter uns die Arbeit erschwert, Abläufe durcheinander bringt oder auf andere Art Widrigkeiten schafft. Sie werden sich womöglich schon längst gefragt haben, warum wir dann nicht - wie andere Baufirmen auch - auf den Frühling warten.
Die Antwort ist recht einfach: Wir werden in diesem Jahr so viel zu tun haben, um alle Ihre Bauwünsche zu erfüllen, dass wir uns eine längere Wartezeit nicht erlauben können. Und es geht ja schließlich auch, weil wir mit Holz und nicht mit Beton und Stein bauen: Auch das ist ein Vorteil eines Holzhauses...)

Und tatsächlich: Am Montag, dem 1. Februar lernten die Dachziegel fliegen. Das Wetter war gut, die Stimmung auch, und so hatten wir bis zum Abend fast drei Viertel des Daches geschafft. 
Ärgerlich nur: Viele Ziegel waren nach den Winterwochen vereist, sodass sie einzeln abgekratzt werden mussten.
Nachdem die große Fläche geschlossen ist, muss natürlich noch der übliche Kleinkram getan werden wie zum Beispiel den Ortgang abzuschließen. Das geschieht bei unseren Häusern meistens mit Zahnbrettern,
die besser zu einem Holzhaus passen als die üblichen Ortgangziegel.

Jedes Brett muss dazu einzeln angefertigt werden, weil es eine vorgefertigte Lösung natürlich nicht gibt.

Schließlich war das Meiste am Dach erledigt.

Daneben gab es freilich noch andere Arbeiten: Die Rohdecke war zu verlegen oder Schlitze für den Anschluss der Innenwände vorzubereiten.


Am Freitag,
dem 5. Februar
konnten dann endlich die Gerüstbauer wieder kommen und das Gerüst abbauen. Danach sah das ganze Haus schon fast fertig aus.
Und wir konnten in dem guten Gefühl nach Hause fahren, einen großen Schritt hin zum fertigen Haus geschafft zu haben.
In der Zwischenzeit sind dort der Schornstein, der Grundofen und die Erdgeschoss-Wände gemauert und die Sanitär- und Elektroinstallation fortgeführt worden.

Als wir dann
in der zweiten März-Woche wieder herkamen,

stand uns für die letzten Arbeiten noch eine prall gefüllte Woche bevor.
So war z.B. der Schornstein
zu verkleiden.
Im Obergeschoss mussten außerdem noch Ständer gesetzt werden für die Innenwände.
Aber auch umfangreichere Dinge waren nötig:
Die Garage musste ein Dach bekommen.



Die gesamte Innenverkleidung der Decke
war
anzubringen - angesichts der Raumhöhe im Wohnzimmerbereich keine geringe Herausforderung.


Schließlich ist die große Fläche geschlossen.
Damit sie optisch etwas Struktur bekommt und der
Dachstuhl
dahinter zu erahnen bleibt, bringen wir als Letztes noch "Pseudosparren" an:
Kanthölzer, die auf der Innenseite dem Verlauf der Sparren folgen.
Wir sind selbst überrascht, wie gut diese Lösung im Raum wirkt.
Nach alldem bleibt uns an diesem späten Abend (es ist Samstag, der 13. März) nur noch, unsere Sachen zu packen, den Wohnwagen anzuhängen und schließlich heil zu Hause anzukommen.
Und uns zu bedanken:
bei unseren Bauherren, für die zu bauen sehr angenehm und eine besondere Freude war, die immer verständnisvoll waren, wenn es mal nicht so schnell wie erwartet voranging, und die uns verwöhnt haben, wie wir es nicht erwartet hatten;
und bei all den Nachbarn, die uns eingeladen haben zu Kaffee, Essen, Dusche oder Sauna und zudem über die ganze Zeit hinweg unseren Lärm ohne Beschwerde ertragen haben.
Und schließlich auch bei Ihnen, die Sie uns bis hierher "begleitet" haben.
Weil unsere Arbeit in Alzey nun beendet ist, beenden wir auch dieses Bautagebuch. Aber die nächste Baustelle steht an: Ab dem 13. April werden wir in Lychen ein Thoma Holz100 - Haus bauen.