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Das älteste Holzhaus Europas

Der Abriss erfolgte, obwohl die Fachleute des Schweizer Heimatbundes ihm einen "tadellosen Zustand" bescheinigten. Andere Experten machten geltend, dass von der originalen mittelalterlichen Bausubstanz durch frühere Umbauten und Versetzungen nicht mehr viel erhalten geblieben sei. Trotzdem gilt das Haus als wertvolles Kulturgut, welches wichtige Einblicke in die Entwicklung des Holzbaues in der Innerschweiz ermöglicht.

Das Haus Nideröst vor dem Abriss

 

Inzwischen wartet das über 800 Jahre alte Herrenhaus auseinandergenommen in einem Depot des Kantons auf einen Wiederaufbau.

Im Tierpark von Goldau (Schweiz) soll es - wenn denn eine Finanzierung gesichert werden kann (die Kosten des Wiederaufbaus werden gegenwärtig auf mehrere Millionen Franken geschätzt) - Kernstück eines "hochmittelalterlichen Bauernhofes" sein.

Bis zu dieser Einigung gab es schon mehrere erfolglose Versuche, eine neue Heimat für das alte Haus zu finden, die sämtlich an der Finanzierung scheiterten. Auch der Regierungsrat des Kantons hat eine Beteiligung ausgeschlossen.

 

Zunächst hatte uns die Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) in →diesem Artikel im "Holznagel" 5/2000 aufmerksam gemacht. Sieben Jahre später ist dann →dieser Artikel in der Zeitschrift "Zuschnitt" 27/2007 erschienen.

 

Warum man weiß, wie alt das Nideröst-Haus ist
Der Kern des Nideröst-Hauses wurde um 1175 errichtet. Wie können die Archäologen das so genau wissen? Dank Dendrochronologie. Diese Methode nutzt die Jahrringe von Bäumen zur Datierung von Holz. Weil die Breite der Ringe jeweils vom Wetter abhängt, das während eines Jahres herrschte, sind die Muster bei allen gleichaltrigen Bäumen einer Art gleich. Kennt man nun die Ringe einer 100-jährigen Eiche und findet einen Baum, der noch ein paar Jahrzehnte älter ist, hängt man die Jahrring-Muster dort zusammen, wo sie sich überlappen. Auf diese Weise gelangt man von Baumgeneration zu Baumgeneration weiter zurück in die Vergangenheit. Inzwischen sind für die mitteleuropäische Eiche die Jahrring-Muster der letzten 12 000 Jahre bekannt. Die Archäologen mussten also nur noch die Jahrringe der dicken Holzbalken des Nideröst-Hauses genauer untersuchen und konnten mit Leichtigkeit eruieren, wann die entsprechenden Bäume gewachsen waren. Bauliche Details belegten, dass man frisch gefälltes Holz verwendete. Das Alter des Gebäudes entspricht also dem Alter des Bauholzes.




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(c) Fischer Holzbau GmbH, 2009-2010         Seite zuletzt geändert am 27.06.2010